Heute lädt Hippomundo dazu ein, auf einen der prestigeträchtigsten Großen Preise des internationalen Springsports zurückzublicken. Vor zehn Jahren, im Juli 2016, versammelte der CHIO Aachen die besten Reiter und Pferde der Welt zum Grand Prix. Nur wenige Wochen vor den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro galt das Turnier als wichtige Standortbestimmung für die Weltelite.
Der Heimsieg von Philipp Weishaupt und L.B. Convall
Der Große Preis von Aachen 2016 endete mit einem deutschen Triumph. Philipp Weishaupt sicherte sich mit dem Holsteiner Hengst L.B. Convall (v. Colman) den Sieg vor Scott Brash und Ursula XII sowie Sergio Alvarez Moya mit Carlo 273.
Für Weishaupt und L.B. Convall war es einer der größten gemeinsamen Erfolge ihrer Karriere. Der Schimmelhengst bestätigte in den folgenden Jahren seine außergewöhnliche Qualität auf höchstem Niveau. 2017 gewann das Paar den Nationenpreis von Aachen sowie den Großen Preis von Spruce Meadows in Calgary. Auch 2018 gehörten sie noch zur Weltspitze und belegten im Großen Preis von Aachen über 1.70m Rang neun. Seit 2018 ist L.B. Convall nicht mehr im internationalen Sport aktiv.
Ein Podium voller Weltklasse
Auch die beiden weiteren Podiumsplätze waren mit absoluten Spitzensportlern besetzt.
Scott Brash und die damals bereits 15-jährige Ursula XII setzten ihre erfolgreiche Karriere nach Aachen fort. 2016 gewann das Paar den Großen Preis von Spruce Meadows, ehe weitere Höhepunkte folgten. Besonders hervorzuheben sind der Sieg im Großen Preis von Doha 2017 sowie der Triumph beim Global Champions Tour Grand Prix von Mexiko-Stadt 2018. Kurz darauf verabschiedete sich die Stute aus dem Spitzensport.
Der drittplatzierte Carlo 273 unter Sergio Alvarez Moya blieb ebenfalls auf höchstem Niveau erfolgreich. Noch im selben Jahr gewann das Paar eine Qualifikationsprüfung bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro. 2017 folgten weitere internationale Siege auf der Global Champions Tour in Berlin und Estoril. Seit 2018 ist auch Carlo 273 nicht mehr international aktiv.
| Platz 2016 | Reiter | Pferd | Größte Erfolge nach Aachen 2016 | Letzter aktiver Zeitraum |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Philipp Weishaupt | L.B. Convall | GP Calgary 2017, Nationenpreis Aachen 2017 | 2018 |
| 2 | Scott Brash | Ursula XII | GP Doha 2017, GCT GP Mexiko-Stadt 2018 | 2018 |
| 3 | Sergio Alvarez Moya | Carlo 273 | Olympische Spiele Rio 2016, GCT-Siege 2017 | 2018 |
| 4 | Marcus Ehning | Pret A Tout | GP Aachen 2018, WEG-Bronze 2018, WC Madrid 2019 | 2021 |
| 5 | Tiffany Foster | Tripple X III | Nationenpreis-Finale Barcelona 2017 | 2018 |
Aachen-Sieger der Zukunft
Knapp am Podium vorbei ritt Marcus Ehning mit Pret A Tout auf Rang vier. Der Franzose blieb noch mehrere Jahre auf Topniveau erfolgreich und gewann 2018 sogar den Großen Preis von Aachen. Zudem gehörte er zur deutschen Mannschaft bei den Weltreiterspielen in Tryon, wo Deutschland Bronze gewann. Sein letzter internationaler Einsatz auf 1.60m-Niveau datiert aus dem Jahr 2021.
Auf Rang fünf folgte Tiffany Foster mit dem AES-Hengst Tripple X III. Das Paar feierte nach Aachen weitere bedeutende Erfolge, darunter ein Sieg in der ersten Qualifikation des Nationenpreis-Finales von Barcelona 2017. Bereits zuvor hatte Tripple X III mit Tiffany Foster große Nationenpreis-Erfolge gefeiert und sich als eines der erfolgreichsten Pferde Kanadas etabliert. Seit 2018 ist der Hengst nicht mehr im internationalen Sport vertreten.
Fünf Reiter kehren zehn Jahre später zurück
Während die Pferde von damals längst ihren Platz in der Geschichte des Sports gefunden haben, kehrten mehrere ihrer Reiter zehn Jahre später erneut nach Aachen zurück.
Beim Rolex Grand Prix 2026 standen mit Philipp Weishaupt, Scott Brash, Marcus Ehning, Daniel Deusser und McLain Ward gleich fünf Reiter aus den Top 10 des Jahres 2016 erneut im Starterfeld. Das unterstreicht nicht nur die außergewöhnliche Langlebigkeit ihrer Karrieren, sondern auch die besondere Bedeutung des CHIO Aachen für die internationale Springsportelite.
Den Sieg im Jahr 2026 sicherte sich Richard Vogel mit United Touch S vor** José Maria Larocca Jr.** und Sophie Hinners. Damit schlägt Aachen einmal mehr die Brücke zwischen den Generationen des Sports.
Während wir auf zehn Jahre große Geschichten zurückblicken, richtet sich der Blick nun nach vorne: Im Hochsommer wird Aachen erneut zum Mittelpunkt der Pferdesportwelt, wenn die Weltmeisterschaften die besten Reiter und Pferde der Welt in die Soers locken.