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Vom Youngster zum internationalen Star?

Veröffentlicht am 12 May 2026 von Marthe Van Gorp
Comilfo Plus Z & Christian Ahlmann

Die Weltmeisterschaft der jungen Springpferde in Lanaken gilt seit Langem als einer der wichtigsten Indikatoren für zukünftiges Talent im Sport. Jedes Jahr treffen sich die besten fünf, sechs und siebenjährigen Pferde der Welt auf dem Gelände von Zangersheide mit einem Ziel: zu beweisen, dass sie für eine Karriere auf höchstem Niveau bereit sind.

Aber wie aussagekräftig ist ein solches Championat tatsächlich? Ein Blick zehn Jahre zurück auf das Finale der Nachwuchspferde von 2015 liefert eine bemerkenswerte Antwort.

Von den zehn Finalisten:

  • erreichten 9 Pferde später mindestens 1.45m-Niveau
  • schafften 4 Pferde sogar den Sprung bis 1.60m
  • und ein Pferd war schließlich bis 1.65m erfolgreich

Das wirft eine spannende Frage auf:

Ist die Weltmeisterschaft der jungen Pferde möglicherweise einer der stärksten Indikatoren für spätere internationale Spitzentalente?

Die Top 10 des 6-jährigen Finales 2015

Platz Pferd Abstammung Höchstniveau
1 HH Earley Harley VDL x Indorado 1.45m
2 Ellavar X Calvaro Z x Clearway 1.45m
3 Take A Chance On Me Z Taloubet Z x Aldatus Z 1.65m
4 Caleya Calido I x Lancer II 1.60m
5 Comilfo Plus Z Comme il Faut x Balou du Rouet 1.45m
6 Eloma’s Blue SFN Mr. Blue x Tygo 1.60m
7 Entertainer Warrant x VDL Corland 1.60m
8 FTS Elliot Cicero Z van Paemel x Lancelot 1.60m
9 Ms Clinton Clinton x Ballinvella xx 1.40m
10 Assalitore Arpeggio x Up To Date 8 1.50m

Eine außergewöhnlich starke Generation – insbesondere mit Blick darauf, wie viele dieser Pferde später den Sprung in den internationalen Spitzensport schafften.

HH Earley: zweifacher Weltmeister mit kürzerer Sportlaufbahn

Der Titel ging 2015 an HH Earley unter Maikel van Mierlo. Das Paar schrieb Geschichte, da das Pferd sowohl in der jüngeren Altersklasse als auch ein Jahr später den Weltmeistertitel gewinnen konnte.

Die Erwartungen an eine spätere Spitzenkarriere waren entsprechend hoch. Rückblickend verlief die Entwicklung jedoch etwas differenzierter.

HH Earley etablierte sich als solides internationales Sportpferd:

  • erfolgreich bis etwa 1.45m
  • mehrere internationale Platzierungen
  • verschiedene Reiter im Laufe der Karriere

Der endgültige Durchbruch auf 1.60m-Niveau blieb allerdings aus. Zudem gab es längere Wettkampfpausen, bevor die internationale Karriere vergleichsweise früh endete.

Dennoch bleiben die Erfolge als Nachwuchspferd außergewöhnlich. Zwei Titel in Lanaken zu gewinnen, gelingt nur wenigen Pferden.

Ellavar X: eine konstante internationale Sportstute

Die Silbermedaillengewinnerin Ellavar X bestätigte ihre Qualität später ebenfalls im internationalen Sport.

Unter Marlon Modolo Zanotelli zeigte sich die Stute konstant konkurrenzfähig auf 1.45m-Niveau und sammelte zahlreiche internationale Platzierungen. Der ganz große Durchbruch in Grand Prix-Prüfungen blieb zwar aus, dennoch entwickelte sie sich zu einer zuverlässigen internationalen Vertreterin ihrer Generation.

Take A Chance On Me Z: vom Medaillengewinner zum Weltklassepferd

Die beeindruckendste Karriere der Medaillengewinner entwickelte schließlich der Drittplatzierte.

Take A Chance On Me Z etablierte sich unter Christian Ahlmann auf absolutem Spitzenniveau.

Der Sohn von Taloubet Z:

  • sprang erfolgreich bis 1.65m
  • gewann den LGCT Grand Prix von Paris
  • erreichte zahlreiche Spitzenplatzierungen auf 1.60m-Niveau
  • blieb über Jahre hinweg konstant auf höchstem Niveau erfolgreich

Besonders bemerkenswert: Auch im Alter von 16 Jahren ist er weiterhin auf 1.50m-Niveau aktiv.

Seine Entwicklung zeigt eindrucksvoll, dass nicht immer der Sieger eines Nachwuchschampionats später die größte internationale Karriere macht.

Auch außerhalb des Podiums entstand Spitzenqualität

Nicht nur die Medaillengewinner entwickelten sich stark. Besonders interessant sind die Pferde knapp hinter dem Podium.

Caleya, damals Vierte unter Otmar Eckermann, entwickelte sich später unter Katrin Eckermann zur erfolgreichen 1.60m-Stute.

Zu ihren Erfolgen zählen:

  • Grand Prix-Siege auf CSI3*- und CSI4*-Niveau
  • Einsätze im Nationenpreis
  • zahlreiche internationale Top-Platzierungen auf 1.60m-Höhe

Auch später blieb sie unter weiteren Reitern erfolgreich im internationalen Sport.

Comilfo Plus Z: begrenzte Sportkarriere, enorme Bedeutung für die Zucht

Comilfo Plus Z, der Fünftplatzierte des Finales, schlug einen anderen Weg ein.

Sportlich blieb seine Laufbahn vergleichsweise überschaubar und erreichte etwa 1.45m-Niveau. In der Zucht entwickelte er sich dagegen zu einem der einflussreichsten modernen Vererber im Springsport.

Heute ist er Vater zahlreicher Black-Type-Pferde und international erfolgreicher Nachkommen.

Ein eindrucksvolles Beispiel dafür, dass sportlicher Einfluss nicht ausschließlich über eigene Spitzenresultate definiert wird.

Langlebige Karrieren auf Grand Prix-Niveau

Auch weitere Finalisten entwickelten sich zu beständigen internationalen Sportpferden.

Eloma’s Blue SFN:

  • erfolgreich auf 1.60m-Niveau mit Wout Jan van der Schans
  • später weiterhin international aktiv unter Yannick Janssen van Grunsven
  • noch heute im Sport vertreten

Entertainer:

  • sprang erfolgreich bis 1.60m
  • absolvierte eine lange internationale Karriere
  • wurde im Alter von 13 Jahren aus dem Sport verabschiedet

FTS Elliot:

  • konstant erfolgreich auf 1.60m-Niveau
  • langjährige internationale Karriere
  • weiterhin aktiv im Sport

Was zeigt uns diese Generation?

Die Entwicklung dieser Pferde verdeutlicht, dass früher Erfolg auf unterschiedliche Weise fortgeführt werden kann.

Einige Pferde werden zu echten Grand Prix-Spezialisten, andere prägen später die Zucht nachhaltig. Wieder andere überzeugen durch Konstanz und Langlebigkeit im internationalen Sport.

Besonders auffällig bleibt jedoch die außergewöhnlich hohe Erfolgsquote dieser Finalisten. Wenn 9 von 10 Pferden später mindestens 1.45m erreichen und fast die Hälfte sogar bis 1.60m springt, spricht vieles dafür, dass die Weltmeisterschaft der jungen Pferde tatsächlich ein äußerst starker Indikator für zukünftiges Spitzentalent ist.

Gleichzeitig zeigt diese Generation aber auch, dass Karriereverläufe nie vollständig vorhersehbar sind.

Nicht immer wird der Sieger zum größten Star – und manchmal entwickelt sich gerade ein Pferd außerhalb des größten Rampenlichts später zum erfolgreichsten Vertreter seiner Generation.