Zurück zu allen Nachrichten

Mehr verdienen: Die Entwicklung des Preisgeldes für Reiter

Veröffentlicht am 08 Jul 2025

Der internationale Pferdesport hat sich in den letzten zehn Jahren erheblich weiterentwickelt - nicht nur in Bezug auf die sportlichen Leistungen, sondern auch in finanzieller Hinsicht. Hippomundo hat die Einnahmen der Reiter in den Disziplinen Springen, Dressur und Vielseitigkeit zwischen 2015 und 2024 analysiert.

In den letzten neun Jahren sind die Preisgelder im internationalen Springsport deutlich gestiegen. Ein Vergleich der Top-10-Reiter von 2015 und 2024 zeigt, dass der Sport nicht nur professioneller, sondern auch finanziell lukrativer geworden ist als je zuvor.

Preisgelder steigen um mehr als 50%

Während die Spitzenverdiener im Jahr 2015 durchschnittlich 1,15 Millionen Euro verdienten, sind es im Jahr 2024 über 1,75 Millionen Euro - ein beeindruckender Anstieg von 53 %. Die Gesamteinnahmen der Top-10-Reiter sind von 11,5 Millionen Euro auf über 17,5 Millionen Euro gestiegen. Darüber hinaus verdienten im Jahr 2015 nur sechs Reiter mehr als eine Million Euro; 2024 wird jeder Reiter in den Top 10 diese Marke deutlich überschreiten.

Die Top 10 im Jahr 2024

Platz Reiter Einkommen # Pferde
1 Max Kühner €2.090.205 14
2 Martin Fuchs €2.078.104 14
3 Ben Maher €1.907.707 13
4 Daniel Deusser €1.868.123 14
5 Henrik von Eckermann €1.821.015 12
6 Julien Epaillard €1.813.066 17
7 Christian Kukuk €1.570.065 13
8 Nicola Philippaerts €1.540.931 13
9 Steve Guerdat €1.496.966 19
10 Conor Swail €1.454.762 9
Zertifiziert von Hippomundo © 2025

Die Top 10 im Jahr 2015

Platz Reiter Einkommen # Pferde
1 Scott Brash €1.840.008 9
2 Kent Farrington €1.452.505 10
3 Simon Delestre €1.277.724 11
4 Steve Guerdat €1.154.789 11
5 Elizabeth Madden €1.104.596 6
6 Bertram Allen €948.138 18
7 McLain Ward €944.246 13
8 Grégory Wathelet €938.859 34
9 Luciana Diniz €924.510 8
10 Daniel Deusser €894.700 18
Zertifiziert von Hippomundo © 2025

Effizienz vs. Volumen

Interessanterweise ist die durchschnittliche Anzahl der Pferde pro Reiter in beiden Jahren genau gleich geblieben: 13.8. Die Einnahmen pro Pferd haben sich jedoch verschoben. Im Jahr 2015 war Scott Brash mit 204.000 € pro Pferd der effizienteste Reiter, während Conor Swail im Jahr 2024 mit durchschnittlich 161.000 € pro Pferd an der Spitze liegt. Dies könnte auf einen zunehmenden Wettbewerb und eine breitere Streuung der Einnahmen über mehr Paare hinweisen.

Nicht nur die Elite: Auch die Oberliga steigt

Bemerkenswert ist, dass der Anstieg der Preisgelder nicht auf die Elite beschränkt ist. Auch Reiter, die weiter unten in der Rangliste stehen, profitieren davon. Im Jahr 2015 verdiente der 100. Platzierte, Richard Fellers, 200.975 €. Im Jahr 2024 wird diese Position, die Khaled Abdulrahman Almobty innehat, 352.324 Euro einbringen, was einem Anstieg von über 75 % entspricht. Dies zeigt, dass das finanzielle Wachstum im Sport breiter gestreut ist und nicht nur den Spitzenreitern zugute kommt, sondern auch der unteren Spitze.

Was ist mit Dressur und Vielseitigkeit?

Während der Springsport einen deutlichen finanziellen Aufschwung erlebt hat, kann man dies von Disziplinen wie der Dressur und der Vielseitigkeit nicht behaupten - zumindest nicht in gleichem Maße. In der Dressur sind die Preisgelder nur geringfügig gestiegen, und es dominieren nach wie vor die bekannten Namen. Isabell Werth zum Beispiel steht sowohl 2015 als auch 2024 an der Spitze der Weltrangliste - ein Zeichen für die geringe Fluktuation an der Spitze. Auch im Vielseitigkeitssport ist ein Wachstum zu verzeichnen, wenn auch nicht in dem Maße wie im Springen. Diese Unterschiede spiegeln zum Teil die unterschiedliche wirtschaftliche Dynamik der Disziplinen wider, zeigen aber auch das ungenutzte Entwicklungspotenzial sowohl in der Dressur als auch in der Vielseitigkeit.

Eine vielversprechende Zukunft für den Pferdesport

Der internationale Pferdesport befindet sich in einer starken Entwicklung, vor allem was das Wachstum der Preisgelder im Springsport betrifft. Nicht nur die Spitzenreiter, sondern auch die Reiter in den niedrigeren Leistungsklassen verzeichnen steigende Einnahmen. Dressur und Vielseitigkeit sind noch ausbaufähig, was zeigt, dass sich der Sport als Ganzes weiterentwickelt und einer vielversprechenden Zukunft entgegengeht.