Zurück zu allen Nachrichten

Hippomundo Award 2021: Madeleine Winter-Schulze

Veröffentlicht am 04 Feb 2022 von Judith Werner

Die Entscheidung ist gefallen! Nach sorgfältiger Abwägung der Jury- und Publikumsstimmen ist die Gewinnerin unseres Hippomundo Awards 2021: Madeleine Winter-Schulze. Die Gewinnerin wurde für ihren Beitrag zum Sport als eine der größten Unterstützer:innen von Spring- und Dressurpferden nominiert. Hippomundo hatte die Gelegenheit, sich mit Madeleine Winter-Schulze zu unterhalten, ihr den Preis zu überreichen und ihr ein paar Fragen zu stellen.

Wie viele Pferde besitzen Sie aktuell ungefähr?

Ungefähr 65 Pferde in Dressur und Springen. Dazu gehören natürlich alle mit dazu, das heißt vom  Fohlen bis zum Rentner. Prozentual halten sich Spring- und Dressurpferde ungefähr die Waage. Ich  habe einige Springpferde hier bei mir im Stall stehen und ein großer Teil meiner Pferde befindet sich  natürlich bei Ludger Beerbaum, wo sie von ihm und seinem Team geritten werden. Dazu gehören  tolle Reiter wie Philipp Weishaupt und Christian Kukuk.

Meine Dressurpferde stehen zum Großteil bei Isabell Werth im Stall zur Ausbildung.

Die 3- und 4-Jährigen werden von Isabell und Ludger erst einmal unter die Lupe genommen, beim  Freispringen zum Beispiel. Zum Teil werden die Jungpferde dann mit zu Ludger in den Stall  genommen und dort weiter ausgebildet. Ich habe allerdings auch selber bei mir im Stall einen sehr  guten Bereiter, der bereits seit 30 Jahren für mich arbeitet.

So werden die Pferde erstmal anlongiert und angeritten bis es für sie dann weiter geht. Das gilt  natürlich für Springpferde wie Dressurpferde gleichermaßen.

Aber um zur Frage zurückzukommen eigens gezogene Dressurpferde habe ich nicht so viele wie  Springpferde. Das alles ist natürlich viel Arbeit, die mir aber unheimlich große Freude bereitet.

Wenn Sie zwischen den beliebtesten Disziplinen des Reitsports auswählen müssten, für welche  würden Sie sich entscheiden ?

Für Dressur UND Springen. Die Frage ist sehr schwer zu beantworten. Egal ob zum zuschauen oder  zum selber reiten, bleibt es bei beiden Disziplinen, da kann ich mich nicht entscheiden. Ich fahre ja  regelmäßig zu meinen Reitern und genauso ist es hier zu Hause am Stall: wenn ich den 4-Jährigen

beim Anreiten zuschaue und wenn die Springpferde zum ersten Mal Sprünge machen. Der eine stellt  sich so an der andere so - beides macht Spaß. Und wenn Ludger dann noch vorbeikommt und uns  mit guten Ratschlägen und Tipps hilft, dann natürlich besonders. Aber wie schon gesagt, ich könnte  mich da nicht entscheiden.

Wie eng ist denn die Beziehung und auch die Kommunikation zwischen Ihnen und den Reitern, die  Ihre Pferde reiten?

Also auf meinem eigenen Hof stehe ich natürlich täglich und in sehr engem Kontakt zu meinen  Bereitern. Ich beschäftige jeweils einen fürs Springen und einen für die Dressur. Dieser Kontakt ist für beide Seiten sehr wichtig. Zum Beispiel, wenn ein Pferd mal nicht ganz in Ordnung ist. Das Gefühl im  Sattel ist ja auch immer nochmal etwas anderes, als das was man vom Boden aus sieht und man kann als Reiter sagen, wenn das Pferd heute mal nicht gut drauf ist.

Eine riesige Freundschaft habe ich aber zu Isabell genau wie zu Ludger und ebenso zu deren Familien, zu der ich mich schon dazugehörig fühle. Und dieses Gefühl geben mir auch beide.

Wann saßen Sie denn zuletzt auf dem Pferd?

Das ist bestimmt schon 6 oder sogar 7 Jahre her. Ich bin bei uns auf dem Platz geritten, schon mit  dem Gedanken im Kopf, dass ich aufhöre, bin vom Pferd abgestiegen und habe mir gesagt : So, und  das war es jetzt! Und bin dann auch nicht nochmal aufgestiegen. Wenn man sonst nur so rumeiert',  dann macht man nachher noch Experimente und ärgert sich am Ende. In meinem Alter fällt man ja

eventuell auch mal schneller und dann geht auch schneller etwas kaputt, also lassen wir das mal  besser.

Sind Sie auch noch oft unterwegs auf den Turnieren auf denen Ihre Pferde laufen und vorgestellt  werden?

Ich fahre sehr sehr gerne nach Riesenbeck, wo Ludger Beerbaum tolle Turniere veranstaltet und  genauso gerne fahre ich mit Isabell und den Dressurpferden mit. Auch weil die beiden für mich  Familie sind. Ich versuche meine Besuche regelmäßig und zu gleichen Teilen zu planen. Am schönsten ist natürlich ein Turnier wie zum Beispiel in Aachen, wo ich die Möglichkeit habe Dressur und  Springen auf einem Gelände anzuschauen. Das ist dann anstrengend und aufregend, aber da reiten  dann beide und ich muss nicht hin- und herfahren.

Wenn ich jetzt aber mal kein Turnier von den beiden begleite, fahre ich auch gerne mit meinen  Mitarbeitern mit im näheren Umkreis um die jungen Pferde anzuschauen. Also ich bin sehr gerne unterwegs.

Gibt es noch etwas in der Reitsportwelt, dass Sie erreichen möchten, oder was Sie noch gerne erleben wollen?

Da gibt es natürlich die Championate und auch die Olympiade habe ich ja auch schon mehrmals  miterlebt. Eigentlich bin ich einfach sehr gerne bei den Veranstaltungen dabei, die meinen Reitern  wichtig sind und drücke die Daumen, denn ich weiß was sie können und schätze das Reiterliche und  besonders das Menschliche. Deshalb bin ich einfach immer gerne dabei.